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Umbau YAMAHA PianoCraft CRX-E320 für ABL/ATM-Anschluss

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rudijopp
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Anmeldungsdatum: 05.12.2003
Beiträge: 5124
Wohnort: Ostseebad Kühlungsborn
Beitraggeschrieben am: 11. Februar 2010, 21:03     Umbau YAMAHA PianoCraft CRX-E320 für ABL/ATM-Anschluss     Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

Moin Moin nuForumisten und Freunde der "Umbaukunst" Very Happy

...lang lang ist es her, daß weaker nach der Auftrennbarkeit der PianoCraft fragte, sich diese später kaufte...
...und ich nun Anfang Januar (nach ner "halben Ewigkeit") die Auftrennung durchführen durfte.

Alle die schon zu lange auf diese Umbauanleitung warten, beschweren sich bitte bei weaker Laughing

Die Tatsache, daß in vielen früheren Threads immer wieder nach der Auftrennbarkeit von Minianlagen gefragt wurde...
(siehe / / )
...ist Grund genug für mich, auch diese Anleitung zu veröffentlichen, auch wenn der Umbau um einiges schwerer ist, als bei der TEAC DR-H300.

Grundsätzliches:
Warum überhaupt solche Umbauten ? Eine allgemeine Erläuterung dazu findet ihr HIER Wink

Was benötigt man für einen Umbau:
technisches Verständnis - keine Ängstlichkeit - Geduld - einen Elektroniklötkolben nebst Lötzubehör - Multimeter mit Durchgangsprüfmöglichkeit - einen Kreuzschraubenzieher - Messlehre - Cuttermesser & manchmal 'ne Schere - auch ein Dremel mit Trennscheibe ist oft nützlich - Maulzange mittlerer Größe - Schrumpfschlauch verschiedener Größen von ca.3-6mm - Heißluftpistole - Kabelbinder...

...und in diesem speziellen Fall...

...Cinch-Kupplungen CKGM6SW und CKGM6RT von www.reichelt.de (oder ähnliches)...
...und das Signalkabel ML 238 von www.reichelt.de

Umbauanleitung YAMAHA PianoCraft CRX-E320
für L+R-PreOut/MainIn-Anschlüsse



Diese Anleitung ist von einem Hobby-Elektroniker und ist nur für "Lötis" geeignet! Wer es sich nicht zutraut -> Finger weg! Schadensersatzansprüche werden grundsätzlich ausgeschlossen ! Wer den Umbau vornimmt, tut das auf eigene Gefahr!

Der Umbau ist mechanisch recht aufwendig, weil die PianoCraft fast vollständig zerlegt werden muss.
Achtet daher auf die Schrauben und Steckverbindungen - alles muss letztlich wieder an seinen Platz
Exclamation

Und los gehts:

01
Unscheinbar kommt sie daher, kann aber mit sehr guten klanglichen Eigenschaften punkten.

02
Rückansicht im Original

03
Innenansicht - wie zu erwarten; randvoll

Da die Auftrennung an der Bodenplatine erfolgen muss, beginnen wir sogleich mit dem Zerlegen:

04
Rückwand demontieren (ist an der Chassisunterseite eingehakt)...

05
...dann das Schaltnetzteil (zwei Steckverbindungen zu lösen)...

06
...und den Tuner (Flachbandkabel abziehen).

Um die CD-Einheit ausbauen zu können müssen diese beiden...
07
08
...Steck- und Flachkabelverbindungen auf der Bodenplatine abgezogen werden.

09
Vier Schrauben halten die CD-Einheit am Chassisboden, die natürlich zu lösen sind...

10
...und schon ist die CD-Einheit raus.
Das Flachbandkabel rechts oben im Bild kann schonmal abgezogen werden.

11
Der Kühlkörper der Endstufe ist mit diversen Schrauben am Chassis befestigt.
Drei davon sind hier leicht rausgedreht -> ganz raus damit...

12
...genauso wie diese beiden.

13
Die Steckverbindung von der Boden- zur Frontplatine muss nun abgezogen werden...

14
...und schon kann die Basiplatine rausgenommen werden Cool
Die Auftrennung muss an dieser Platine vorgenommen werden.

15
Über die Dämpfungswiderstände R560 wird der rechte und über R564 der linke Kanal zur Endstufe geführt.

Das ist unsere Möglichkeit, die Auftrennung vorzunehmen, denn diese Widerstände brauchen nur einseitig von der Leiterbahn ausgelötet werden und bilden dann die Endstufeneingänge (MainIn)...

16
...so wie hier für den rechten...

17
...und den linken Kanal zu sehen.

Die freien Lötstellen (R560 & R564 Beschriftung steht direkt daneben) sind die Verbindungspunkte für die PreOut.

18
Da die Lötstellen auch auf der Platinenunterseite vorhanden sind (durchleitend), werden die PreOut-Kabel (ca.30cm) wie hier gezeigt angelötet. Masse/Abschirmung auch GENAU so wie gezeigt !

19
Die MainIn-Kabel (ca.40cm) werden an die offenen Widerstandsenden angelötet und Masse/Abschirmung an die Massebrücken J524 (L-CH) & J522 (R-CH)...

20
...und schon ist eine wichtige Etappe geschafft.
Gesamtansicht Basisplatine mit PreOut- (Unterseite) und -MainIn-Kabeln.

21
Der Zusammenbau wird jetzt etwas schwieriger, denn die Kabel müssen alle "step by step" durch die dritte Reihe der Lüftungsschlitze gezogen und mit Kabelbindern (1 Reihe) lose fixiert werden.
Siehe dazu auch kurz auf Bild 32.

22
Fertig eingefädelt, Bodenplatine wieder eingebaut, alles verschraubt & Verbindungen wieder hergestellt.

23
Für den weiteren Zusammenbau ist es sinnvoll die LS-Anschlüsse erstmal abzunehmen (Steckverbindung auf Bodenplatine).

24
CD-Einheit wieder rein (Steckverbindungen nicht vergessen)...

25
...Tuner auch (Flachbandkabel einstecken!)...

26
...dann die Rückwand wieder ran (unten einhaken), aber...

27
...beim Hochklappen die LS-Anschlüsse wieder mit einsetzen (nicht schon davor).

28
Rückwand wieder dran...

29
...und so schauts danach von Innen aus...

30
...wo als nächstes das Schaltnetzteil wieder eingesetzt wird (zwei Steckverbindungen).

Damit ist die PianoCraft wieder so zusammengesetzt, wie sie es vorher auch war (hoffentlich Laughing ).

PianoCraft nun auf den Kopf stellen, die Kabelführung nochmal prüfen und dann die Kabelbinder richtig festziehen...

31
...um nun alle Kabel auf einheitliche Länge zu schneiden und die Cinch-Kupplungen anzulöten...

32
...was dann fertig so aussieht.

33
Da steht sie nun... ...die kleine PianoCraft mit den Anschlüssen die sie "groß" machen soll.

34
Der nachfolgende Test der kleinen Anlage hat unerwartete Freude bereitet, denn mal ganz davon abgesehen, daß alles bestens funktioniert hat, stellt die PianoCraft erstaunliche Leistung zur Verfügung und klingt an meinen RS-5 mit ATM5/50 richtig klasse.
Der zu erlebende Stereosound übertrifft an den kleinen Lautsprechern so manchen guten AVR, den ich schon zum Umbau bei mir hatte Shocked

35
Abschliessend ein "Frontblick" bei ATM-Betrieb und CD-Wiedergabe (intern).


Ich hoffe, dass auch diese "etwas kompliziertere" Umbauanleitung ihre "Nachbaufeudigen" finden wird und wünsche viel Erfolg dabei Exclamation


bis denn dann,
der Rudi



PS:
Nachfolgend nützliche & allgemeingültige Tipps und wichtige Hinweise "by Rudi" für den ABL/ATM-Einsatz an "selbst aufgetrennten" Verstärkern:

1. PreOut -> neue MainIn:
Es ist durch die Auftrennung erforderlich eine Cinch-Kabelverbindung zwischen den PreOut und MainIn herzustellen, bzw. das ABL/ATM dort einzuschleifen, bevor der Verstärker/Receiver in Betrieb genommen wird ! Während des Betriebes sollte diese Verbindung nicht getrennt und insbesondere das ABL nicht ausgeschaltet werden ! (bei ATM kein Problem)

2. ABL/ATM-Netzteil:
Ist keine geschaltete Netzdose am Amp vorhanden (wie bei der PianoCraft), ist es gerade beim ABL sinnvoll, das Netzteil an eine Master/Slave-Steckdosenleiste mit anzuschließen, bei der der Verstärker das Master-Gerät ist (max.Belastbarkeit der Master-Dose beachten), oder eine einfache Steckdosenleiste mit Hauptschalter zu verwenden. Dadurch ist automatisch gewährleistet, dass das ABL Versorgungsspannung erhält, wenn der Verstärker in Betrieb genommen wird.

3. ATM zwischen PreOut und MainIn:
Beim ATM kann man prinzipiell immer genauso verfahren wie unter Punkt 2 - man muss es aber nicht, denn es kann auch problemlos die Auto-Power-Schaltung des ATM genutzt werden. Das Netzteil ist dabei an eine beliebige Steckdose unter Dauerspannung, aber das ATM schaltet sich nur mit ein, wenn auch Signal anliegt und auch automatisch wieder aus (zeitverzögert). Für diese Variante ist beim ATM zwingend der Eingang 1 zu verwenden !

4. Maßnahme gegen Brummstörungen:
Alle Cinch-Signalkabel der ABL/ATM-Module sind von den Netzteilen der ABL/ATM mindestens 10cm fern zu halten, um Störeinstreuungen zu vermeiden !
_________________
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weaker
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Anmeldungsdatum: 24.07.2007
Beiträge: 1780

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Beitraggeschrieben am: 12. Februar 2010, 08:37          Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

Und das ganze klingt später dann auch so perfekt wie Rudi es verlötet hat. Nochmals vielen Dank an Rudi und seine geübten Bastlerhände! Smile
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mcBrandy
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Anmeldungsdatum: 23.10.2003
Beiträge: 13583
Wohnort: Nähe Regensburg
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Beitraggeschrieben am: 12. Februar 2010, 09:11          Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

Wow, das war ja fast so kompliziert, wie bei den Marantzs! Das hat er wieder gut hinbekommen unser Rudi! Nicht schlecht!!!
_________________
Ich hätte viele Dinge begriffen, hätte man sie mir nicht erklärt! (Stanislow Jerzy Lec)

meine DVDs
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pølsevogn
Semi
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Anmeldungsdatum: 22.11.2008
Beiträge: 58
Wohnort: Reutlingen
Beitraggeschrieben am: 12. Februar 2010, 21:44          Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

Ich habe keinerlei lektrische Qualifikation und verstehe ja von so etwas gar nichts, mag aber die Pianocrafts als Idee.

Deshalb: Tolle Dokumentation, höchst imponierende Arbeit, vielen Dank!
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dnitsche
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Anmeldungsdatum: 26.12.2008
Beiträge: 1189

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Beitraggeschrieben am: 12. Februar 2010, 23:31          Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

Weltklasse. Hat mich schon immer interessiert wie das Ding von innen ausschaut.

Hatte mich nur in dem anderen Thread nicht getraut nach weiteren Bildern zu fragen, da ich ja kein Umbau Interesse hatte und das Teil nicht mehr in meinem Besitz ist.

Auf den Bildern im anderen Thread sah es fast so aus als ob da gar nicht so viel im Gehäuse steckt was mich auf Grund des Gewichts doch sehr verwunderte.

Wie auch immer Danke für die Fotos.
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tomdo
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Anmeldungsdatum: 17.03.2007
Beiträge: 2672
Wohnort: Südbaden
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Beitraggeschrieben am: 13. Februar 2010, 00:13          Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

Respekt - das war ne ganze Latte an Arbeit Exclamation

Zudem wirklich gut bebildert zum Nachbauen für die versierteren
unter uns, wozu ich nicht gehöre...

Hast Du die Kondensatoren so "verbogen" oder waren die bereits so schief aufgelötet?
_________________
Viele Grüße
Thomas


Sich an den kleinen Dinge des Lebens erfreuen zu können ist ein ganz besonderes Geschenk!


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dnitsche
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Anmeldungsdatum: 26.12.2008
Beiträge: 1189

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Beitraggeschrieben am: 13. Februar 2010, 00:23          Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

tomdo hat folgendes geschrieben:

Hast Du die Kondensatoren so "verbogen" oder waren die bereits so schief aufgelötet?


Interessante Frage. Die krummen Dinger sind mir auch ins Auge gestochen. Wobei ich mal davon ausgehe, daß das schon so war.
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rudijopp
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Anmeldungsdatum: 05.12.2003
Beiträge: 5124
Wohnort: Ostseebad Kühlungsborn
Beitraggeschrieben am: 13. Februar 2010, 00:24          Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

Moin Moin Thomas,

tomdo hat folgendes geschrieben:
Hast Du die Kondensatoren so "verbogen" oder waren die bereits so schief aufgelötet?
Seh ich so aus, als ob ich aus Langeweile Kondensatoren "schiefstellen" würde... ...und dann noch so viele Question Rolling Eyes

Natürlich nicht Exclamation Laughing

Im Übrigen; Komische Frage... ...die auch noch als "interessant" erklärt wird Rolling Eyes
Is doch völlig Wurst, ob die Teile "lotgerecht" oder schief eingelötet sind.
Ihren elektrischen Eigenschaften nebst klanglichen Auswirkungen "schadet" das nicht.

bis denn dann,
der Rudi

_________________
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tomdo
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Anmeldungsdatum: 17.03.2007
Beiträge: 2672
Wohnort: Südbaden
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Beitraggeschrieben am: 13. Februar 2010, 00:32          Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

Hallo Rudi,

rudijopp hat folgendes geschrieben:
tomdo hat folgendes geschrieben:
Hast Du die Kondensatoren so "verbogen" oder waren die bereits so schief aufgelötet?
Seh ich so aus, als ob ich aus Langeweile Kondensatoren "schiefstellen" würde... ...und dann noch so viele Question Rolling Eyes
Wäre es gewollt gewesen, wäre es ja nicht gerade nett gewesen es den Chinesen "anzudichten" Wink

Darum lieber höflich fragen Smile
_________________
Viele Grüße
Thomas


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dnitsche
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Anmeldungsdatum: 26.12.2008
Beiträge: 1189

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Beitraggeschrieben am: 13. Februar 2010, 01:25          Beitrag dem Moderator/Admin melden Antworten mit Zitat

rudijopp hat folgendes geschrieben:

Im Übrigen; Komische Frage... ...die auch noch als "interessant" erklärt wird Rolling Eyes
Is doch völlig Wurst, ob die Teile "lotgerecht" oder schief eingelötet sind.


Ja ne oder doch nicht. Klar ist das Wurst ob die Teile gerade oder krumm sind - Hauptsache die Dinger haben Kontakt. Aufgrund des aufgerufenen Preises für so ein Kompaktteil ist klar, daß es da schnell gehen muß und man nicht auf geraden Einbau achted. Interessant find ich dennoch wie man es schafft so viele krumm einzubauen und das sich andere die gleiche Frage gestellt haben. Aber ist auch Wurst die Pianocraft ist ein feines Teil. Würde ich mir bedenklos nochmal kaufen wenn ich Bedarf hätte.
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