Ich hatte 1 Jahr lang einen Full HD Beamer von
Benq W1070 in Kombination mit meinem
Samsung 55".
Zusätzlich hatte ich 2 Wochen einen
Sharp 80" LE657 daheim zum testen.
Ich bin nun nur mehr beim Samsung 55" alles andere musste wieder gehen.
Der
Benq W1070 hatte das meiste Kinofeeling und WOW Gefühl beim Fußballspielen und zocken.
Das Bild war erstklassig und bei HD Material auf jedenfalls scharf genug (Sitzabstand 3,5m, Bildbreite 2,40).
Im Direktvergleich mit meinem Samsung fehlte es allerdings an Plastizität. Gerade nasse Gegenstände oder Feuer wirken auf einem Fernseher mit Glossy Display viel realistischer und imposanter. Man kann es am besten am Pacific Rim Trailer sehen. Hier bemerkt man auch die fehlende FI (Frame Interpolation) beim Benq Beamer. Diese gibt es erst ab dem W1400.
Der Samsung hatte trotz (nur 100Hz Panel) supergescheidige Bewegungen gezaubert, während der Benq bei Kameraschwenks einfach zwischendrin immer ruckelte. Das fällt einem nicht auf wenn man nur den Beamer ab und zu an hat. Im direktvergleich wird es aber sehr deutlich.
Ich muss auch sagen, dass ich eher ein Freund des Soap Effekts bin, bzw. ein Gegner von altertümlichen 24p Ruckelkino.
Ich habe den Pacific Rim noch an einem Philips 55 Design Line Fernseher gesehen, welcher ein 200Hz Panel hat. Dieser TV gilt als einer der besten in Sachen, Bewegtdarstellung. Hier konnte ich nochmals eine starke Verbesserung zu meinem Samsung erkennen.
Von solchen realistischen und flüssigen Bewegungen ist der W1070 weit davon entfernt. Allerdings ist hier auchnochmal preislich ein Riesensprung.
Anbei ein Video zur Veranschaulichung, was FI bei einem Beamer bringt (auch wenn man 24p Material sieht):
Was mir aufgefallen ist bezüglich Beamer. Eine Leinwandmaskierung ist bei 21:9 Material eigentlich Pflicht. Die Balken oben und unten wirken ansonsten schon stark gräulich, da der Beamer diese weiterhin beleuchtet und nicht ausschalten kann.
Nach 1000h im Eco-Modus wurde der Benq dann gefühlt etwas dunkler. Ich habe ihn aber auch wirklich hart ran genommen. Sprich TV geschaut, jeden Tag bestimmt 4 mal an und aus usw. auch mal um nur die Nachrichten zu sehen

.
Was jedenfalls am meisten gegen den Beamer gesprochen hat: Wenn ich Abends einen Film sehen wollte, konnte ich das Licht im Wohnzimmer nicht komplett abdunkeln, da meine Freundin nebenbei z.B. etwas lesen will. Mit diesem Kompromiss kann man zwar beim Beamerbild schon alles gut erkennen, allerdings ist der Kontrast und Schwarzwert im Vergleich zu einem Fernseher wirklich viel viel schlechter. Hier muss man selbst entscheiden.
Auch tagsüber, kann man dank der guten Lichtleistung zwar Filme anschauen, aber wirklich toll ist es nicht. Und jedesmal alles verdunkeln muss einem gefallen.
Beim
Sharp 80Zoll war der Schwarzwert und die Ausleuchtung am besten (dank LED Backlight), im Vergleich zum Samsung und Benq.
Der Bildeindruck war dank 80Zoll sehr cool, allerdings konnte er nicht das Kinogefühl zaubern. Nach einer Woche vergaß man im Gegensatz zum Beamer schnell die Größe und es fehlt der wirkliche WOW Effekt.
Die Bildqualität war hier subjektiv am schlechtesten, da:
Der Bildschirm ist leicht entspiegelt und Sharps benutzt Subpixeltechnologie, welches zu einem verwaschenen ausgefranstem Bildeindruck führt.
Die Bildschärfe war bei Blu-rays schon gut, allerdings sobald mal etwas Action war, hatte der Fernseher Probleme. Egal ob 24hz modus oder volle Zwischenbildberechnung. Die Bildschärfe und Plastizität nahm ab und teilweise gab es Ruckler oder Artefakte (trotz FI).
Was mich am Sharp auch gestört hat, war wie oben angedeutet, das leicht entspiegelte Display, was einfach alles etwas 2-dimensional und weniger realistisch aussehen lässt. Farbliche Flächen wirken matt, weiße Flächen wirken grieselig wie auf einer Schneedecke. Man kennt es von Computermonitoren wenn sie entspiegelt sind. Beim Fußball sehen die verschwitzen, bzw nassen Spieler im Vergleich zum Samsung unrealistisch aus. Beim Samsung glänzt das nass richtig, wie man es in der Natur kennt.
Zudem ist die Farbdarstellung immer nicht 100% trotz wirklich umfangreichen Kallibrierungsfunktionen. Tipps aus dem HiFi-Forum haben den Eindruck allerdings relativ nah an den Samsung gebracht. Der Samsung ist jedoch schon ab Werk viel besser eingestellt.
Den Sharp habe ich zurückgeschickt, den Benq verkauft (mit 1000h drauf)
Samsung 55"
+ beste Bewegtdarstellung
+ sehr realistisches und knackscharfes Bild
+ stromsparend
- gräuliches Schwarz wegen Edge LED
- kleinstes Bild, wenig Kinofeeling
Sharp 80"
+ imposantes und gutes Bild bei HD
+ viele Einstellmöglichkeiten
+ stromsparend
+ fast perfektes Schwarz (wie ein Plasma)
- Bewegtdarstellung könnte besser sein, trotz 100Hz Panel.
- im Vergleich zu GlossyFernsehern ein etwas mattes und 2 dimensionales Bild
- Fernbedienung ungenau
Benq W1080
+ ein wirklich scharfes großes Kinoerlebnis Bild
+ kann platzsparend und mobil aufgebaut werden
- Langlebigkeit nicht so hoch wie bei den TVs mit LED. Man kann nicht einfach mal kurz an machen um was zu gucken und wieder aus.
- Lautstärke und Heizgebläse (gerade im Sommer)
- Raum muss abgedunkelt werden, wenn man einen guten Kontrast haben will.
- im Vergleich zu GlossyFernsehern ein mattes Bild. Feuer und Feuchtigkeit sehen nicht so gut aus wie am TV. Oder z.B.die Lensflare Effekte bei StarTrek.
Fazit:
Ich warte jetzt den Markt noch etwas ab, und würde falls mein TV heute den Geist aufgibt, wahrscheinlich den Samsung 75" 6370 für 2500€ kaufen, oder einen Samsung oder Philips 65" UHD TV für 4000€ (wenn es sie so günstig gibt

)
Ich könnte mir aber auch vorstellen einen Beamer wie den W1080 zu holen, wenn es ihn noch mit einer FI geben sollte. Denn da könnte ich den einfach
auf den Wohnzimmertisch stellen wenn ich ihn brauche und ein Filmabend mache. Dann ist die Freundin auch zufrieden, wenn nix an der Decke hängt.
Ich habe für mich gemerkt, dass ein riesiges Bild zwar echt super ist, allerdings gibt es wirklich noch große Unterschiede in der gesamten Bildqualiät, welche doch noch einiges am Erlebnis ausmachen.
Wichtig ist mir auf jedenfalls eine gute Zwischenbildberechnung.