Ich fange an, mich langsam aber sicher zu ärgern bei dieser Diskussion!
Muß man eigentlich immer alles machen, was man machen kann?
Ist alles gut, was möglich ist?
Ist es immer richtig, der Profitgier zu erlauben, daß sie das Leben der Menschen bestimmt?
6 Tage soll der Mensch arbeiten, am siebenten Tag soll er ruhen!
Genügt es nicht, 6 Tage lang einkaufen zu können?
Ist es richtig, Menschsein primär unter dem Aspekt des Konsums zu definieren, nach dem Motto: "I shop therefor I am!"???
Der Verweis darauf, was anderswo vielleicht gehen mag, ist kein echtes Argument, weil unreflektiert und damit nichts über das kulturelle und soziopsychologische Umfeld ausgesagt ist.
Und wozu Sonntag in die Läden rennen? Wer das nicht von Montag bis Sonnabend schafft, macht was falsch. Ist sicher einer, der meint unentbehrlich und furchtbar wichtig zu sein. Wer hat noch was außer dem davon? Niemand. Die Umsätze steigen nicht, dafür die Kosten. Der spezifische Lohn des Verkaufspersonals sinkt, weil die absoluten Löhne gleich bleiben (müssen).
Und ich habe Menschen in meiner Gemeinde, die davon betroffen sind und länger arbeiten müßten.
Gerade bei uns im Osten, wo sich zunehmend ein WildWestKapitalismus à la Manchester durchsetzt, werden die Menschen immer mehr ausgebeutet, Gewerkschaften hin, Gesetzhebung her, und nur weil einige Leute faul wie 'ne tote Kuh sind und meinen, auch noch zu den unmöglichsten Zeiten einkaufen zu müssen, weil sie nicht vorgesorgt haben und deshalb ihrem Egoismus frönen und es sie nicht interessiert, auf wessen Rücken all das geschehen soll, soll der Ladenschluss gelockert und ausgeweitet werden?
Ich sehe nur die Leute, die bei gleichem Lohn dann noch mehr arbeiten müssen, weil die Arbeitgeber überhaupt nicht auf die Idee kommen, noch jemanden einzustellen.
Danke - darauf können wir verzichten.
Das ist keine soziale Marktwirtschaft mehr, wenn alle nachplappern, was einige Gierhälse verlangen, um ihre Profite auf Kosten der Menschen und eines ehemals gesunden Gemeinschafts- und Gesellschaftsgefüges zu steigern.
Zudem:
Denn der Schutz des Sonntags ist kein Thema der Landesgesetzgebung. Er steht vielmehr im Grundgesetz – und das mit gutem Grund. Der gemeinsame freie Sonntag ist eine wichtige kulturelle Errungenschaft. Er entspricht zugleich einem biblischen Gebot: "Du sollst den Feiertag heiligen".
Dieser Tag gibt der Woche eine klare Struktur. Der Wechsel von Arbeit und Ruhe tut uns gut. An Sonntagen soll deshalb nur dort gearbeitet werden, wo es unbedingt nötig ist. Er soll ein Tag der Gemeinschaft sein, ein Tag für Familie und Freunde. Er ist ein Tag der Muße und des Innehaltens. Und er ist der Tag des Gottesdienstes. Eine wachsende Zahl von Menschen nimmt das wieder ernst – übrigens in der ganzen Welt. Der Sonntag, als erster Tag der Woche, ist der Ur-Feiertag der Christen, an dem die Auferstehung Christi gefeiert wird.
Der gute, lebensnotwendige Sinn des Sonntags muss bewahrt werden, gerade in einer Zeit des Wandels. Denn ohne Sonntag gäbe es nur noch Werktage.
Vielleicht noch zwei lesenswerte Beiträge:
http://www.landeskirche-braunschweig.de ... ortrag.pdf
http://www.echt-online.de/archiv/echt20 ... s_fest.htm
just my 2 cent