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REW Messung interpretieren

Diskussionen zu Hörräumen und zur Lautsprecheraufstellung

REW Messung interpretieren

Beitragvon kobaje » Di 13. Nov 2018, 22:05

Hallo erstmal,

lese schon ne Weile mit, dies ist nun mein erster Beitrag. Hab vor kurzem die Front meines Canton GLE 5.1 Systems gegen NuLine 284 getauscht. Da ich nicht weit von Schwäbisch Gmünd wohne, hab ich die Gelegenheit genutzt und war zum Probehören. Hab die 284, 334 und NV110 gegeneinander gehört und mir gefielen die beiden NL insgesamt besser. Aus Platzgründen hab ich mich für die 284 entschieden.

Angeschlossen und eingemessen an meinen Denon AVR X3300 haben die NuLines mich sofort wieder begeistert. Hatte schon befürchtet durch meine suboptimale Raum-Situation könnte ich erstmal enttäuscht werden. Da es mir aber Spaß macht in neue Bereiche einzuarbeiten und mal zu schauen was sich noch machen lässt, hab ich mir ein UMIK-1 bestellt und erste Messungen mit REW gemacht. Hab auch schon einiges über Raumakustik gelesen, brauche aber dennoch ein wenig Starthilfe was die Interpretation der Ergebnisse angeht.

Hier erstmal die Raumaufteilung (noch mit den Canton)

21925

21926

21927

Die Deckenhöhe ist 3,25m. Die Front- und Rückseite sind aus doppelbeplanktem Rigips mit Steinwolle gedämmt. Die Linke Seite ist fast vollflächig Glas. Boden Parket, Decke Beton offenporig gestrichen.
Mir ist bewusst, dass es eine optimalere Aufstellungen gäbe (90° im Gegenuhrzeigersinn gedreht). Das ist aus WAF-Gründen nicht drin. Es war schon schwer genug zu vermitteln warum die Couch nicht mehr ganz an der Wand (30cm Luft) und die LS eingedreht werden müssen. Die Frontmembrane sind 50 cm von der Frontwand entfernt, der linke LS steht 80 cm von der Glaswand entfernt.

Hier die Messungen

21928
Frequenzgang Front mit Audyssey (Stereo Modus) und ohne

21929
Wasserfall mit Audyssey

21930
Wasserfall 20-300Hz mit Audyssey

21931
RT60 mit Audyssey

Gefühlt hat das XT32 gute Arbeit gemacht. Im Direktvergleich (Direct) hört man die Bassüberhöhung sehr deutlich und auch die Höhen sind nach der Einmessung deutlich klarer. Ich habe die 284 an der der Weiche mittels Bass-Schalter "Reduziert" abgesenkt. Dachte mir es ist besser wenn das XT32 nicht so viel absenken muss.

Liege ich richtig wenn ich davon ausgehe, dass man an den Nachhallzeiten noch einiges optimieren kann? Es ist ja eigentlich über den kompletten FG zu viel (>500ms).

Was die Raummoden angeht bin ich leider sehr limitiert, da es sich ja um einen Wohnraum handelt und meine Frau nicht besonders tolerant ggü. riesigen Absorbern in den Ecken ist. Würde es was bringen einen Absorber hinter das Sofa zu legen? Ist ja auch in ner Raumkante. Alternativ habe ich schon über ein DBA nachgedacht. Am liebsten würde ich dann aber nur 2 kleine Subs hinter dem Sofa nutzen und vorne nur die 284er betreiben. Herr Nubert sagt ja das würde gehen. Jedoch ist meine Aufstellung nicht Raumsymetrisch. Was meint ihr dazu?

Solltet ihr noch was brauchen kann ich gern anders skalierte Messungen etc einstellen.

Vielen Dank und Grüße

Jens
kobaje

Re: REW Messung interpretieren

Beitragvon Lars_S. » Mi 14. Nov 2018, 17:01

Hallo Jens,

du solltest einmal deine Wasserfalldiagramme auf 600ms skalieren, 1500ms ist sehr viel. Die db-Skalierung von 90db auf 30db passt, da es ja darum geht zu schauen, wie lange es dauert bis 60db abgeklungen sind.

Dein Nachhall ist, typisch für einen unbehandelten Wohnraum entsprechend hoch, gerade im Bassbereich. Weiterhin werden Reflexionen eine große Rolle spielen, nackte Wände, Boden, Decke, Glasfront....

Welchen Gedanken hast du dir denn zu Absorbern/Diffusoren gemacht?
Gruß Lars

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Re: REW Messung interpretieren

Beitragvon AndyRTR » Mi 14. Nov 2018, 18:58

Ja, der Nachhall ist noch sehr lang, daher wird's ziemlich hallig klingen und höhere Lautstärken schnell nerven.

Es bieten sich Absorber an der Rückwand hinter der Couch, in der Front über dem TV und an der Decke als Segel an. Links könnte man mit einem schweren Vorhang die Reflektionen bekämpfen. Nachhall im Bassbereich wirst Du ohne größeren technischen Aufwand (Helmholzresonator/Aktivabsorber/DBA) nicht wesentlich senken können. Der reine Frequenzgang sieht ganz passabel aus. Viel mehr kann man bei der Abhörposition nicht erwarten.

Wasserfall sollte auf 600ms oder gar 500ms limitert werden. 60dB Abfall ist ok. Die Frequenzgänge für den ganzen Bereich am besten mit 1/6 oder variabler Glättung anzeigen lassen. Isolierter Bassbereich möglichst ungeglättet anzeigen.

Wenn Du Dir ein Umik geholt hast und jetzt Ergebnisse bekommst, was planst Du als nächsten Schritt? Raumakustik verbessern oder manuell mit einem DSP eingreifen?
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Re: REW Messung interpretieren

Beitragvon Andreas H. » Mi 14. Nov 2018, 21:19

AndyRTR hat geschrieben:mit einem DSP eingreifen?

Wo bleibt die purpurne Tentakel ???? :wink:
AndyRTR hat geschrieben:Es bieten sich Absorber an der Rückwand hinter der Couch, in der Front über dem TV und an der Decke als Segel an.

Insbesondere die Decke birgt ordentliches Potenzial...
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Re: REW Messung interpretieren

Beitragvon kobaje » Mi 14. Nov 2018, 22:58

Lars_S. hat geschrieben:Welchen Gedanken hast du dir denn zu Absorbern/Diffusoren gemacht?

Diffusoren erstmal garnicht. Als Absorber für den tiefen Bereich kommt a.G. der Größe nur der Raum hinter dem Sofa in Betracht. Zusätzlich habe ich geplant ein Akustikbild ca. 120x80cm mit 70mm Basotect über die Couch zu hängen. Vielleicht bekomme ich noch ein Deckensegel genehmigt. Handwerkliches Geschick und eine Werkstatt/Werkzeug wären vorhanden. Allerdings wäre das schon Aufwändig für eine Mietwohnung.

AndyRTR hat geschrieben:Links könnte man mit einem schweren Vorhang die Reflektionen bekämpfen.

Das wird wohl nicht durch den WAF-TÜV gehen. Hab mir schon überlegt die erstreflektion an der Fensterseite mit einer kleinen „Stellwand“ aus Basotect zu dämpfen. Die könnte man nach dem Hören wieder unter dem Sofa verstauen.

AndyRTR hat geschrieben:Nachhall im Bassbereich wirst Du ohne größeren technischen Aufwand (Helmholzresonator/Aktivabsorber/DBA) nicht wesentlich senken können.

Hab schon einiges über DBAs recherchiert. Ich habe nur bedenken ob das in meinem asymmetrischen Raum funktioniert. Dazu würden die Subs hinten sehr nah am Hörplatz stehen, was ja im Timing schwer einzustellen sein wird.

AndyRTR hat geschrieben:Wasserfall sollte auf 600ms oder gar 500ms limitert werden. 60dB Abfall ist ok. Die Frequenzgänge für den ganzen Bereich am besten mit 1/6 oder variabler Glättung anzeigen lassen. Isolierter Bassbereich möglichst ungeglättet anzeigen.

Wenn Du Dir ein Umik geholt hast und jetzt Ergebnisse bekommst, was planst Du als nächsten Schritt? Raumakustik verbessern oder manuell mit einem DSP eingreifen?

Habe den Wasserfall absichtlich nicht so früh angeschnitten damit man sieht wie lange der Nachhall noch besteht. Werde aber die Glättungsintensität und das Time Window nochmal anpassen und posten sobald ich Zeit habe.
Am liebsten würde ich einen Hörraum irgendwo im Keller einrichten um alle Möglichkeiten zu haben und meine Nachbarn zu schonen. Evtl. hat der Vermieter noch was frei. Wenn nicht, fange ich mit dem Bild und einem Absorber hinter der Couch an.

Andreas H. hat geschrieben:
AndyRTR hat geschrieben:mit einem DSP eingreifen?

Wo bleibt die purpurne Tentakel ???? :wink:

Das muss ein Insider sein :?:
kobaje

Re: REW Messung interpretieren

Beitragvon Lars_S. » Do 15. Nov 2018, 13:33

Mach dir mal wegen der Raumgeometrie nicht so viele Gedanken.

Ich habe bei mir auch mal ein Test-DBA aufgebaut, mein Raum ist zur linken Seite komplett offen, rechts im Prinzip komplett Glasfront. Das DBA hat trotzdem funktioniert, zwar nicht zu 100% perfekt aber ich konnte die störenden Moden alle auslöschen.

Aktuell habe ich 2 Subwoofer die diagonal im Raum aufgestellt sind, wobei der hintere nur "absaugt", selbst diese Aufstellung funktioniert in meinem Raum sehr gut und bringt ein deutlich besseres Ergebnis als beide Subwoofer in der Front zu haben. Aktive Auslöschung ist wirklich ein sehr guter Ansatz. Kommt natürlich auch darauf an, wie frei du Subs aufstellen kannst.

Ich würde mich an deiner Stelle zunächst auf Absorber an den Erst-Reflexionspunkten konzentrieren, das kannst du ja über das ETC-Diagramm in REW sehr gut messen und steuern. Eine entsprechende Behandlung dieser Punkte sollte schon eine deutliche Verbesserung bringen. Im Bassbereich eben über das Thema DBA bzw. aktive Auslöschung rangehen, da bringt es überhaupt nichts, mit Absorbern zu hantieren.

Wohnzimmer ist immer ein Kompromiss, man muss versuchen das Beste draus zu machen.
Gruß Lars

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Re: REW Messung interpretieren

Beitragvon Indianer » Do 15. Nov 2018, 13:57

ein Vorhang für die verglaste Seite ist ja schon da, muss nur in den Reflexionspunkt gezogen werden …
schön faltig zusammengeschoben "bremst" der im HT (und besser als nix auch im MT) schon einiges weg!

und ein dicker Teppich wurde auch noch nicht ins Spiel gebracht :wink:
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Re: REW Messung interpretieren

Beitragvon kobaje » Fr 16. Nov 2018, 10:52

@Lars_S
Ich glaube ich lass mir einfach mal 2 Subs kommen und probier es aus. Muss nur schauen ob ich es mit meinem X3300 realisiert bekomme. Er hat zwei unabhängige Sub Out. Weiss nur nicht ob ich die Phase und Delay einstellen kann wie benötigt. Schönes Heimkino hast du da übrigens 8O

@Indianer
Ja, ich kann einen Teil des Vorhangs sogar gezielt an den Reflexpunkt schieben ohne gleich das ganze Fenster zu machen zu müssen. Das werde ich mal machen und nochmal messen. Dachte nur, dass es bei dem dünnen Stoff (fast) nix bringt. Teppich wird nix (WAF)

Anbei noch die Messungen mit gewünschter Glättung/Time Range

21932
FG mit 1/6 Glättung

21933
Wasserfall mit 1/6 und 500ms - Hier erkenne ich persönlich leider nur dass der Nachhall zu lang ist. Die Moden treten deutlich geringer heraus

21935
Wasserfall 20-300Hz 1/12 Glättung mit 500ms - Auch hier sehe ich eher weniger als vorher?
kobaje

Re: REW Messung interpretieren

Beitragvon AndyRTR » Fr 16. Nov 2018, 11:56

Im reinen Bassbereich brauchst Du gar keine Glättung oder maximal variable Glättung. Alles andere verfälscht nur unnötig und macht schmale Senken und Überhöhungen schlecht sichtbar. Insgesamt sieht der Frequenzgang nach der Einmessung ja ganz passabel aus. Der Nachhall ist noch weit entfernt von den empfohlenen <0,5s (besser noch 0,2-0,3s über den gesamten Bereich). Im Mittelhochton helfen Absorber. Für tiefe Frequenzen bringen passive Absorber nur wenig Verbesserung. Da ist aktives Absaugen meist wesentlich effizienter.

Nur mit einem AVR wirst Du zwei Subs nicht getrennt manuell ansteuern können. Plane lieber gleich ein MiniDSP 2x4HD ein. Mit dem kannst Du die Subs prima einstellen. Der DSP kann genug Delay einstellen auch für größere Räume für den absaugenden Sub und mit PEQs sauber manuell entzerren. Ob Du mit zwei Subs diagonal probieren willst oder vier kleineren Subs ist Geschmackssache. Mit nur einem Sub in der Front riskiert man stärkere Berge/Täler je nach Sitzplatz als bei Anregung mit zwei Quellen. Probiere mal die Room-Simulation in REW aus. Da kannst Du den Unterschied von zwei zu vier Subs deutlich sehen und sie auch an den Wänden wild umherschieben ohne Rückschmerzen zu bekommen. Ich hatte früher nur einen Sub. Wenn's für mich am zentralen Hörplatz passte, dröhnte es für meine Frau weiter seitlich schon extrem. Für mehr Infos kannst Du auch mal im beisammen.de Forum im Bassbereich nachlesen. Dort gibt's weitere wertvolle Tipps.
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Re: REW Messung interpretieren

Beitragvon Lars_S. » Fr 16. Nov 2018, 15:46

Hier mal Messungen meiner Subs in diagonaler Aufstellung:

Bild
Bild
Bild

Ab 50Hz aufwärts alles im grünen Bereich, darunter bleibt auch bei meiner Aufstellung ein gewisser Nachhall. Ohne DBA kriege ich das auch nicht besser hin, für ein Wohnzimmer geht das meiner Meinung nach auch völlig in Ordnung.

Bis 80Hz läuft der SPL sauber durch, dann fällt er relativ steil ab, deswegen haben ich auch eine 80Hz Trennung aktiv.

Noch als kleiner Hinweis, ich habe bei dieser Aufstellung gerade einmal 3 PEQ aktiv, mehr nicht.

Was im Bassbereich meiner Meinung nach auch sehr wichtig ist, ist das Group Delay, da bin ich sehr zufrieden mit.

Alles Diagramme haben var. smoothing als Glättung.
Gruß Lars

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