StefanB hat geschrieben:......
Arbeitswege sollen doch vorgeschrieben nicht-individuell durchgeführt werden, nach Gutmenschen-Denke also mit Bus und Bahn.
Warum soll aber jemand zu einer Arbeit fahren, die er nicht hat ?
Dadurch z.B. wird man bedürftig...
Die paar Wege zum Amt kann man laufen. Meine Eltern sind als Kinder jeden Morgen für einen Liter Milch 5km gelaufen, einfache Strecke. Danach noch ein paar km zur Schule im anderen Dorf, jeden Tag.
Amt ist nicht so oft.
Stefan
Bedürftig kann man auch mit Arbeit sein. Von daher würde ich das nicht so stark eingrenzen.
Und ich muß nicht meine Eltern heranziehen, mir reicht noch meine eigene Geschichte.
Kinderkrippe egal welches Wetter mit Fahrrad meiner Mutter im Kindersitz. Mit knapp vier Jahren auf eigene Drahteselchen zum Kindergarten(24er Rad mit extra tiefergelegtem Sattel). Der Platz auf dem Fahrrad meiner Mutter war meinem kleinen Bruder vorbehalten. Im Winter als dann endlich zwei Dörfer weiter ein Bus fuhr, nur noch 7 Killometer eine Strecke und 6 Kilometer Bus. Im Sommer die ganze Strecke Fahrrad. Schule das selbe in die entgegengesetzte Richtung. Einkaufen mit Fahrrad 7 Kilometer. Arzt 10 Kilometer Zahnarzt 15 Kilometer. In unserem Ort gab es halt kein Bus, lag halt in der Lücke zwischen zwei Buslinien aus zwei Richtungen. Es gab wenn ich mich in der Erinnerung nicht verzählt habe 6 Kinder dort zu meiner Zeit als Schulkind. Dafür fuhr kein Bus sieben Kilometer weiter. Nicht mal im Osten diese schönen Landes zur Zeit wo von Staats wegen "alles für das Wohl des Volkes ...." und schon garnicht, wenn es wie bei uns noch nicht mal eine befestigte Straße gab zwischen unserem Ort und den beiden Nachbarorten. Kein Telefon außer auf der Arbeit meiner Mutter, die schräg gegenüber lag. Krankenwagen am Wochenende rufen war ein Sprint zum nächsten Telefon im Nachbarort notwendig. Es gab also eigenlich nichts im Ort, aber ich denke es war die schönste Kindheit wo man sich wünschen kann. Man hat gelernt sich mit der Natur einzulassen, war den ganzen Tag draußen, keine Eltern die einen eingrenzten. Man mußte selbst auf sich aufpassen und selbst zuschauen wie man zurechtkam. Freunde wohnten irgendwo in den Nachbarorten, Mitschüler auch. Wenn man irgendwas von denen brauchte mußte man sich aufs Radel schwingen oder hinlaufen. Meine Eltern hätten mir da kein Geld für gegeben. Da wurde höchstens gesagt: "Dann auf, du weißt doch wo dein Fahrrad steht." Höchstens noch die Mahnung auf den Verkehr zu achten und nicht mit Fremden mitzugehen.
Anders ausgedrückt: Wenn Du was willst, beweg deinen Arsch.
Mit 15 Jahren dann in die Stadt gezogen. Schule 8 Kilometer, Rest zwischen 2 und 5 Kilometer, alles mit Fahrrad oder zu Fuß.
Sommerhäuschen lag 25 Km weg. Im Frühjahr mit Fahrad und Hänger nach und nach das notwendige rausgefahren. Im Herbst wieder alles nach Haus gefahren. Zwischendurch alle drei Wochen Klamotten nach Haus gefahren zum Waschen und neue wieder rausgefahren. 8 Wochen Sommerferien dort verbracht plus Wochenenden von Freitag Nachmittag bis Montag früh außerhalb der Ferien. Da waren dann ungefähr 22 Km zwischen Schule und Sommerhäuschen.
Zwischendurch gab es zwei kurze Episoden mit einer Sport AWO mit Seitenwagen und einem Trabbi jeweils bei meinen Eltern, ungefähr ein Jahr lang, dann wurden sie wieder verkauft.
Erstes eigenes Auto mit 39 Jahren, als der öffentliche Verkehr so weit ausgedünnt war, das man kaum noch vernünftig von A nach B kam und Kinder die Schule nach immer mehr Schulschließungen/ Zusammenlegungen kaum noch vernünftig erreichen konnten. Seit 2001 Dienstwagen wegen Baden-Württemberg weiter Tätigkeiten und darüber hinaus in Bayern Hessen sowie Berlin. Daran wird sich wenn alles gut geht bis zur Rente nichts ändern.
Danach schauen wir mal.
NiedrigerIQ hat geschrieben:...
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Sowas in Aluminium hatten wir. Wurde auf dem Einarmig gelenkten Fahrrad am zweiten Arm hängend verdammt schwer auf den 7 Km unbefestigten Feldweg. Einmal ist sie mir aus der Hand gerutscht. Ich konnte am nächsten morgen noch nicht richtig sitzen nachdem mein Vater mich zu einer Viertelstündigen Milchandacht geladen hatte.
Nun ja, ich hab gelernt: Milch verkippt man nicht. Aber Freunde wurden wir nie, die Kanne und ich.
Gruß joe