Nochmal zum Thema Leiharbeit!
Ich sehe das genauso, hier im Thread sehen das einige Leute nicht wie es wirklich ist, die Wahrheit was die Leiharbeit aus macht!
Es stimmt das der "normale" Leiharbeiter immer einer Firma mehr kosetet wie ein Stammarbeiter. Da ganz einfach der Lohn, SV und Gewinn an der Leihbude bezahlt werden muß. Hier im Osten sind das so ca. für eine
Leihfachkraft 17-20€ Brutto, der Stammabreiter bekommt so ca. 7-10€ Brutto in der Regel.
Auch hat die Leiharbeit uns nicht wirklich aus der Finanzkrise geholfen! Vor der Krise 600000 Leiher in der Krise 400000 nach der Krise 800000 Leiher in Deutschland, jetzt sind es wohl schon 1. Mio. Großbetriebe haben in der Krise als erstes die Leiher raus gehauen, dann gab es bei den Stammarbeiter einen Sozialplan (bei Leiher nicht) wo viele von in Kurzarbeit gegangen sind und das wurde vom Arbeitsamt gedeckelt (Steuergelder)!
Wo die Krise vorbei war ging es ja nicht auf einen Schlag los, somit konnte die Wirtschaft auf ihre eigenen Stammabreiter zurückgreifen und nach bedarf auf Leiher! Und das war nun nicht so, dass man sich vor Arbeit (Aufträge) retten konnte!
Die Lohnarbeit, Leiharbeit oder Zeitarbeit gibt es zwar in Deutschland schon länger, aber nicht unter solchen negativen Lohnbedingungen. In den 90igern gab es sie auch schon und hatte ihre Blütezeit, damals nannte man es noch Montagearbeit und man konnte da richtig Geld mit verdienen, aber diese Zeiten sind dank der Politik vorbei!
"Warum dank der Politik vorbei"
Ganz einfach die Wirtschaft wollte eine neue kostengünstige Arbeitsstellen Gestaltung haben "der Flexibel und alles könnende Arbeiter" den man schnell bei sognannten
Personaldienstleister bestellen kann und bei nicht gebrauch von heut auf morgen abbestellen kann!
Meiner Meinung nach ist hier ganz klar die Politik gefragt, es muß der gleiche Lohn bezahlt werden wie es auch der Stammarbeiter bekommt! Das macht natürlich den Leiher noch teurer für eine Firma, aber nur das ist menschlich.
Es gab mal das Gesetz bei der Leiharbeit, dass ein Leiher nie länger als 6 Monate bei einer Firma arbeiten darf, wenn doch muß er übernommen werden! (Klebeeffekt). Dieses Gesetz wurde von den Leihbuden und Firmen ganz einfach unterwandert, in dem man ganz einfach den Leiher vor ablauf der Frist, bei der Firma abgemeldet hat für eine Woche, der Leiher darf zum dank dafür noch eine Woche Überstunden abfeiern, wo er gar nicht gefragt wurde. Und nach der Woche ging es weiter bei der Firma...

Wo ist hier die Politik?
Dann wurde das Gesetz auf 12 Monate abgehoben, mit dem gleichen Effekt...

Wo ist hier die Politik?
Seit dem letztem Jahr gibt es auch wieder ein neues Gesetz, was besagt, wenn ein Leiher mehr als 2-3 Monate bei einer Firma arbeitet muß es langsam eine prozentuale Lohnanpassung geben, was das Gehalt vom Stammabreiter angeht. ( habe die Zahlen nicht 100% im Kopf)
Hier ist auch der Witz, dass es erst wie erwähnt ab den 2-3 Monat erst los geht und die Anpassung stufenweise erfolgt.
Auch hier kann der Trick mit der An- und Abmeldung gemacht werden. (Aushebeln) Desweiteren wird das kaum von jeder Leihbude gemacht, es sind oft nur die Berufszweige wo wirklich Arbeitskräfte Mangel herrscht. Wo man die Leiharbeiter was bieten
muß! Wo ist hier die Politik?
Hier gibt es ganz klar nur Nachteile für den Leiher.
1. "Nie" geregelter Urlaub ( keine Urlaubsplanung möglich), ganz einfach die Firma die Leiher holt, da drückt der Schuh und somit ist es den Leiher kaum möglich seinen Urlaub zu planen.
2. Krankheit ist das gleiche wie bei Punkt 1., bist du Krank wirst du in der Regel sofort abgemeldet. Und wenn du Pech hast und du hast Private Sachen in den Spinnt (wenn du überhaupt einen bekommen hast) bzw. was weiß ich was in der Firma gelassen hast, wo du gearbeitet hast und abgemeldet wurdest. Muß du dir einen Kopf machen wie du sie wieder bekommst und wenn es ganz dumm läuft ist die Firma noch 200-300Km weg!
3. Die Tarife die gezahlt werden sind in der Regel IGZ, BZA usw. diese Tarife werden dir als DGB gedeckelte Tarife verkauft und sind voll vom Arsch.
35Std Woche mit Arbeitskonto, man kann in Deutschland halt nicht leben, wenn man als
Leihfachkraft 8,50€ Brutto bekommt bei einer 35Std Woche. Die Mehrarbeit die logisch gemacht wird, geht immer auf Stundenkonto!
4. Arbeitskleidung bzw. Schutzkleidung, gibt es fast nur minderwertiges Zeug oder nur auf Druck! Die Leihbude will mit den Leiher Geld verdienen und nicht ausgeben! Es kommt noch besser, hat man Schutzkleidung bekommen, sagen wir mal Schuhe und Trägt die ein halbes Jahr und man verlässt diese Leihbude, werden dir diese Schuhe vom letzten Gehalt noch abgezogen!
5. Du kommst dir als Leiher wirklich als Mensch zweiter Klasse vor, du bist in vielen Firmen wo du arbeiten mußt, wirklich nur mittel zum Zweck!
6. Lange Fahrwege zur Arbeit, da man ja überall eingesetzt werden kann. Hier bekommen die Leiher auch selten Fahrgeld bzw. Aufwandsentschädigung und wenn doch dann ist es zu wenig.
Hier liegt auch das größte Problem der Leiharbeit, ich habe mehr Kosten durch die Arbeit wie man selber damit verdient! Auch wenn ich zB. Fahrgeld für den Arbeitsweg bekomme, ist das Netto-Steuerfrei, dass hat aber zu folge das ich bei der Steuererklärung nie meine Fahrkosten abrechnen kann, da ich dieses ja schon bekommen habe. Das ist auch ein typisches Leiharbeiter problem, ein Milchmädchen Rechnung!
7. Sonderzahlungen: Überstundenzuschläge, Nachtarbeit, Sonn- und Feiertage usw., kann man wirklich voll in die Tonnen hauen, da bleibt fast gar nix für einen Leiher über.
ZB. Nachtzuschläge gibt es bei IGZ Tarife erst ab 23Uhr...! Noch ein Beispiel, zahlt eine Firma 100% Feiertagszuschlag der Leihbude für den Leiher, bekommst du nur 25%...
Auch wird selten die eigentlich tarifliche Auslöse von 46€ bezahlt, man bekommt bei Montagearbeiten nur das Zimmer bezahlt + Fahrgeld was meistens nich reicht!
Ich könnte diese Liste noch weiterführen, aber ich habe jetze wirklich keine Lust mehr...
Mir ist es auch bewußt, dass die Leiharbeit aus unsern globalen-kapitalistisch Wirtschaftssystem nicht mehr weg zu denken ist, aber die ganze Sache muß menschlicher und vor allem gerechter werden.
Achso, viele große Leihbuden (Personaldienstleister) in Deutschland haben auch schon Spaten wo sie Ärzte. BWL'er und IT Profis usw. suchen...
Hier mal ein Paar Filme:
Sehr gute Doku. von 2007-2008 Leiharbeit Undercover!
Auch sehr interessant!